im Deutschen Doggen Club 1888 e.V.

 
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Tanzhaus NRW lud zum Casting

Na, Kollege? Auch im Casting? Jack-Russell-Terrier Einstein und Deutsche Dogge Donatus gehen in der Pause auf Tuchfühlung.

VON STEFANI GEILHAUSEN Düsseldorf RP

124 Pfoten fürs Ballett

 

Das Tanzhaus NRW bat zum Casting - und mehr als 30 Frauchen machten sich samt ihren Vierbeinern auf den Weg zu Choreograf Ben J. Riepe.

Der will zur Nacht der Museen am 19. April ein bewegtes Bild mit Hunden gestalten.

Von der Spielfreude seiner neuen Darsteller war er ziemlich überrascht.

Rosa ist genervt. Die deutsche Dogge ist erst fünf Monate alt und bloß ihre Pfoten sind schon so groß, wie der ganze Hund erst werden will. Laufen Sie mal mit Riesenpfoten über ein Tanzparkett. Und dann sagt der Choreograf auch noch: „Jetzt mal etwas schneller bitte“. Prompt landet Rosa auf der schwarz-weißen Schnauze und zeigte dabei eine Figur, die auch für Ballett-Profis nicht zu schaffen ist: einen doppelten Spagat.

Auch Benny, ein kleiner Münsterländer, gibt sich redlich Mühe. Macht Sitz und Platz, obwohl auf seinem Geschirr steht „Der tut nix“. Frauchen Claudia Hötzendorfer lernt ganz neue Seiten ihres Vierbeiners kennen.

„Normalerweise ist er viel ruhiger.“

Ruhe verlangt Choreograf Ben J.Riepe nicht wirklich von seinen künftigen Darstellern. Der Folkwang-Absolvent aus Düsseldorf will schließlich ein „bewegtes Bild“ inszenieren. Installation heißt das in der Künstlersprache und ist gewissermaßen ein Exkurs aus Riepes aktuellem Projekt, das „Liebe, Tod und Teufel“ heißt und aus sechs getanzten Bildern besteht. Bild eins ist „Das Schachbrettzimmer“ und die Tänzer dieses Stücks (Uraufführung am 17. April im Tanzhaus) machen auch beim Hundebild mit.

„Ich möchte Sie alle in Barockkostümen im Foyer mit ihren Hunden verteilen“, erklärt er den Hundehalterinnen das Konzept, während sich Königspudeldame Wendymaid nach den Mitstreitern umschaut und Dogge Donatus mit Jack-Russell-Terrier Einstein kurzen Nasenkontakt aufnimmt.

Donatus ist mit Claudia Möllecken hier. Obwohl sie es war, die von der Aktion in der Zeitung gelesen hat und beschloss, mit Freunden aus dem Deutsche-Doggen-Club mitzumachen. „Das ist gut für das Sozialverhalten. Und macht sicher Spaß“, sagt sie. Donatus zieht sie zur Bestätigung in den Saal.

Alle 33 Hunde schaffen es in den „Recall“, Die Jury in Person von Choreograf Riepe ist begeistert. „Ich hätte nie gedacht, dass das so wunderbar funktioniert.“ Als Kind hatte er zwar mal einen Hund, „genau genommen: die Familie“, aber sonst hat er keine Erfahrung mit der Spezies. Bloß eben die Vision von den Barock-Frauen mit ihren Begleitern. „Es ist mal etwas anderes, mit Hunden Kunst zu machen. Und ein Signal gegen die ewige Kritik an Hunden und ihren Haltern.“

Die stehen sich in der zweiten Runde gegenüber, die Hunde an der Leine und es herrscht großes Geraschel, Geknurre und Gefiepe im Saal. „Können wir mal bitte ruhig sein“, fragt Riepe - und es herrscht Totenstille. Dann sagt er „Geräusche bitte“ - und schon wird wieder gewinselt. Man sieht dem Regisseur die Überraschung deutlich an.

Dass 31 Hunde auf sein Kommando hören, damit hat er nicht gerechnet.

31? Genau. Xena ist raus. Sie hat schon vor dem Stille-Test pausenlos gebellt. „Sie will lieber spielen“, sagt Besitzerin Brigitte Esselun überhaupt nicht enttäuscht. „Ist ja bloß Spaß.“ Den hat auch Dogge Pepper verloren und keine Lust, mit ihren Kumpels im Kreis zu stehen, während die Schachbrett-Tänzer mit Blumen vorbei springen und dabei in ein Megaphon schreien.

Alle anderen (Hunde und Frauen) machen mit. Und freuen sich, als Riepe nach einer Stunde verkündet, dass er an den nächsten beiden Samstagen mit allen proben will - und hofft, dass die Inszenierung am 19.April klappt. Das Casting beendet er übrigens mit dem Satz: „Ich habe genug gesehen, gehört und gerochen.“ Sowas ist Dieter Bohlen noch nie eingefallen.

         

          

          

          

            

                                

Und von unseren Damen sind dabei :

Angelika mit Annabell, Claudia mit Donatus und Cosa Nostra,

Bianca mit Venus und  Daniela mit Quito und Dueña

und so ging es weiter ....,die Nacht der Museen